Inhaltsverzeichnis
- Kīlauea: Was Besucher im August 2026 wissen müssen
- Sicherheit am Vulkan: Lava ist nicht das einzige Problem
- Punaluu: schwarzer Sand und grüne Meeresschildkröten
- Hamakua Coast und Akaka Falls
- Mauna Kea: 4.207 Meter über dem Meer
- Kona oder Hilo? Warum zwei Unterkünfte sinnvoll sein können
- Mālama Hawaii: Reisen mit Respekt
- Drei Erlebnisse, die Big Island besonders machen
- Big Island ist mehr als nur ein Vulkan

Wer zum ersten Mal nach Hawaii reist, merkt schnell, dass die Insel Hawaii – von den Einheimischen meist Big Island genannt – eine andere Größenordnung hat als ihre Nachbarinseln. Mit rund 10.430 km² ist sie die mit Abstand größte Insel des Archipels und sogar größer als alle anderen hawaiianischen Hauptinseln zusammen.
Auf Big Island treffen Landschaften aufeinander, die kaum unterschiedlicher sein könnten: tropischer Regenwald, trockene Küsten, schwarze Vulkanlandschaften, schneebedeckte Gipfel und weite Hochflächen. Einen großen Teil dieser Vielfalt verdankt die Insel ihrer vulkanischen Entstehung. Zwei Namen stehen dabei besonders im Mittelpunkt: Kīlauea und Mauna Kea.
Und dann ist da noch Pele, die in der hawaiianischen Kultur eng mit Vulkanen und Feuer verbunden wird. Wer sich auf Big Island mit Vulkanlandschaften beschäftigt, sollte die kulturelle Bedeutung dieser Orte ebenso respektieren wie die Natur selbst.
Kīlauea: Was Besucher im August 2026 wissen müssen
Der Kīlauea gehört zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Seit dem 23. Dezember 2024 kommt es im Halemaumau-Krater auf dem Gipfel zu ungewöhnlichen, episodischen Eruptionen. Lavafontänen wechseln sich dabei mit Pausen ab, die mehrere Tage oder auch Wochen dauern können. Die Eruption findet innerhalb des im Hawaii Volcanoes National Park gelegenen Kraters statt.
Der aktuelle Stand
Stand 18. August 2026 ist der Kīlauea gerade nicht aktiv ausgebrochen. Die 53. Eruptionsepisode endete am 13. August. Nach Angaben des U.S. Geological Survey (USGS) Instituts befand sich der Vulkan am 17. August in einer Eruptionspause; aufgrund der gemessenen Veränderungen unterhalb des Gipfels wird der Beginn der nächsten Lavafontänen-Episode zunächst für den Zeitraum 21. bis 27. August 2026 erwartet. Die Prognose kann sich allerdings noch verschieben.
Genau diese Unberechenbarkeit macht einen Besuch spannend: Du kannst mehrere Tage lang einen relativ ruhigen Krater sehen und wenige Stunden später erleben, wie Lavafontänen wieder mehrere hundert Meter in die Höhe steigen. Eine Garantie auf Lava gibt es deshalb nicht.
Wer eigens wegen der Eruption zum Kīlauea fährt, sollte am Tag des Besuchs den aktuellen USGS-Bericht, die Webcams und die Hinweise des National Park Service (NPS) prüfen. Der Vulkanstatus kann sich kurzfristig ändern.
Wo kann man den Kīlauea beobachten?
Der eigentliche Eruptionsbereich im Halemaumau-Krater ist wegen der erheblichen Gefahren für Besucher gesperrt. Beobachten lässt sich die Eruption jedoch von mehreren sicheren Aussichtspunkten am Rand der Kaldera. Zu den praktischsten Bereichen zählen Kīlauea Overlook und Uēkahuna. Auch andere zugängliche Aussichtspunkte können je nach aktueller Situation geöffnet oder geschlossen sein.
Während einer aktiven Eruption solltest du mit deutlich mehr Verkehr und vollen Parkplätzen rechnen. Der NPS empfiehlt ausdrücklich, nur in gekennzeichneten Bereichen zu parken und einen Ausweichplan zu haben, falls der bevorzugte Aussichtspunkt bereits voll ist.
Das frühere Thomas A. Jaggar Museum solltest du dagegen nicht als normalen Aussichtspunkt einplanen. Das Gebäude wurde bei den Ereignissen von 2018 schwer beschädigt und ist für Besucher geschlossen.
Sicherheit am Vulkan: Lava ist nicht das einzige Problem
Vulkane wirken auf Fotos spektakulär, sind aber keine gewöhnliche Sehenswürdigkeit. Die aktuellen Gefahren im Bereich des Kīlauea betreffen vor allem Vulkangase, instabile Geländeabschnitte, Bodenrisse und herabfallendes vulkanisches Material. Der NPS weist ausdrücklich auf diese Gefahren hin.
Vog: der unsichtbare Teil der Vulkanaktivität
Für Reisende ist Vog, also vulkanische Luftverschmutzung, häufig relevanter als die Lava selbst. Schwefeldioxid (SO₂) und weitere vulkanische Emissionen können in der Atmosphäre mit Feuchtigkeit und anderen Bestandteilen reagieren und einen dunstigen Schadstoffmix bilden.
Wie stark Vog auftritt und wohin er zieht, hängt von den aktuellen Windverhältnissen ab. Besonders empfindlich können Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegs- und Herzerkrankungen sowie Kinder und ältere Menschen reagieren. Auch Schwangere werden vom USGS als besonders empfindliche Gruppe genannt.
Für einen Tagesausflug solltest du deshalb nicht nur auf die Vulkan-Webcam schauen, sondern auch die aktuelle Luftqualität und die Windrichtung berücksichtigen. Wer beim Aufenthalt Augenreizungen, Husten oder Atemprobleme bekommt, sollte den betroffenen Bereich verlassen.
Tephra und Peles Haar
Bei Lavafontänen können kleine bis größere vulkanische Partikel aus dem Krater geschleudert werden. Der Begriff Tephra bezeichnet dabei allgemein das ausgeworfene vulkanische Material, wie z. B. Asche. Eine besondere Form ist das extrem dünne vulkanische Glas, das als Peles Haar (Pele’s Hair) bekannt ist.
Diese feinen Glasfasern sind kein Souvenir. Sie können vom Wind verfrachtet werden und Haut oder Augen reizen. Deshalb gilt auch hier: Absperrungen beachten und nicht versuchen, frisch entstandenes vulkanisches Material einzusammeln.
Abgesperrte Bereiche bleiben abgesperrt
Die Versuchung ist groß, für das perfekte Foto ein Stück abseits des Weges zu laufen. Genau das solltest du nicht tun. Junge Lavaflächen, Kraterränder und Klippen können instabil sein. Unter scheinbar festem Untergrund können sich Hohlräume befinden, und an den Kanten besteht Absturzgefahr. Die Sperrungen im Nationalpark sind deshalb keine unnötige Bürokratie, sondern Teil des Sicherheitskonzepts.
Punaluu: schwarzer Sand und grüne Meeresschildkröten
Ganz anders präsentiert sich die Insel an der Südküste. Punaluu Black Sand Beach gehört zu den bekanntesten schwarzen Stränden Hawaiis. Die dunkle Färbung stammt von vulkanischem Material, das durch die Aktivität der Vulkane entstanden ist und von der Brandung zu Sand zerkleinert wurde.
Besonders bekannt ist Punaluu für die Honu, die hawaiianischen Grünen Meeresschildkröten. Die Tiere liegen gelegentlich am Strand und lassen sich dabei gut beobachten.
Hier ist Zurückhaltung gefragt. Das hawaiianische Department of Land and Natural Resources empfiehlt einen Abstand von mindestens 10 Fuß, also rund drei Metern, zu Meeresschildkröten – sowohl an Land als auch im Wasser. Die Tiere dürfen weder berührt noch bedrängt werden.
Ein gutes Foto ist schön. Ein Tier, das ungestört weiterliegen kann, ist wichtiger.
Hamakua Coast und Akaka Falls
t
Nördlich von Hilo verändert sich die Landschaft erneut. Die Hāmākua Coast gehört zu den grünsten Regionen Big Islands. Steile Täler, üppige Vegetation und Wasserfälle prägen die Küstenlandschaft.
Ein Klassiker ist der Akaka Falls State Park. Der kurze, befestigte Rundweg führt durch tropischen Regenwald mit Bambus, Orchideen und üppiger Vegetation zu den Aussichtspunkten. Die Hauptattraktion ist der 442 Fuß beziehungsweise rund 135 Meter hohe Akaka Falls.
Für Erstbesucher ist der Park eine gute Ergänzung zu einem Vulkantag: Hier bekommt man innerhalb kurzer Zeit eine völlig andere Seite der Insel zu sehen.
Mauna Kea: 4.207 Meter über dem Meer
Zu den eindrucksvollsten Orten auf Big Island gehört der Mauna Kea. Sein Gipfel liegt auf 4.207,3 Metern über dem Meeresspiegel. Damit ist er der höchste Berg Hawaiis. Vom Meeresboden bis zum Gipfel ragt der Berg mehr als 10.000 Meter auf und gilt deshalb bei Messung von seiner Basis am Ozeanboden als höchster Punkt beziehungsweise höchster Berg vom Fuß bis zum Gipfel.
Die bekannte Aussage „höchster Berg der Welt“ braucht also eine Erklärung: Über dem Meeresspiegel liegt der Mount Everest höher. Bei der Messung vom Meeresboden bis zum Gipfel ist dagegen der Mauna Kea der Rekordhalter.
Der Gipfelbereich ist außerdem wissenschaftlich von enormer Bedeutung. Wegen der extrem trockenen und klaren Bedingungen befinden sich auf Maunakea einige der bedeutendsten astronomischen Observatorien der Welt.
Mit dem Mietwagen zum Gipfel?
Hier solltest du besonders sorgfältig planen:
Oberhalb der Maunakea Visitor Information Station (VIS) auf etwa 2.804 Metern sind zuverlässige Allradfahrzeuge mit 4WD beziehungsweise 4WD Low Range vorgeschrieben. Die Straße zum Gipfel ist teilweise unbefestigt, steil und anspruchsvoll. Zweiradgetriebene Fahrzeuge dürfen diesen Abschnitt nicht befahren. Zusätzlich solltest du unbedingt den Mietwagenvertrag prüfen. Nicht jeder Vermieter erlaubt die Fahrt zum Gipfel.
Noch wichtiger ist jedoch die Höhenlage. Die Luft ist dort oben sehr dünn, das Wetter kann sich schnell ändern und die Temperatur kann deutlich unter dem liegen, was man von Hawaii erwartet. Die Betreiber empfehlen deshalb, zunächst an der Visitor Information Station zu akklimatisieren und die aktuellen Straßen- und Wetterbedingungen zu prüfen. Wer nicht selbst fahren möchte, kann auf geführte Touren zurückgreifen.
Kona oder Hilo? Warum zwei Unterkünfte sinnvoll sein können

Big Island ist groß genug, dass die Wahl der Unterkunft einen erheblichen Unterschied macht.
Kailua-Kona und die Westküste sind für Reisende interessant, die viel Sonne, Strände, Schnorcheln und Resorts suchen. Hier liegen unter anderem beliebte Strände wie Hapuna Beach.
Hilo und die Ostseite sind dagegen die bessere Ausgangsbasis für Hamakua Coast, Wasserfälle und einen Besuch des Hawaii Volcanoes National Park.
Für einen längeren Aufenthalt bietet sich deshalb häufig eine Kombination aus Kona und Hilo beziehungsweise Volcano an. Du musst dann nicht jeden Ausflug als mehrere Stunden lange Hin- und Rückfahrt planen.
Braucht man auf Big Island zwingend ein Auto?
Ein Mietwagen macht den Urlaub auf Big Island zweifellos einfacher, vor allem wenn du mehrere Regionen der Insel erkunden möchtest. „Pflicht“ ist er jedoch nicht. Das öffentliche Hele-On-Bussystem betreibt inzwischen zahlreiche feste und flexible Linien auf der gesamten Insel. Einige Verbindungen sind für Reisende durchaus interessant.
Für typische Rundreisen mit Nationalpark, Stränden, Wasserfällen und abgelegeneren Aussichtspunkten ist ein Auto allerdings erheblich praktischer. Busverbindungen haben längere Fahrzeiten und feste Routen; außerdem werden nicht alle touristisch interessanten Orte direkt angefahren.
Mālama Hawaii: Reisen mit Respekt
Big Island ist nicht nur eine spektakuläre Naturkulisse. Viele Landschaften besitzen für die hawaiianische Kultur eine besondere Bedeutung. Mālama wird häufig mit „sich kümmern“, „schützen“ oder „bewahren“ übersetzt und beschreibt eine Haltung, die beim Reisen auf Hawaii gut passt.
Dazu gehört, auf markierten Wegen zu bleiben, keine Pflanzen oder Steine mitzunehmen, Abfälle wieder mitzunehmen und kulturell bedeutsame Orte respektvoll zu behandeln. Bei Meerestieren gilt: beobachten statt anfassen.
Auch beim Sonnenschutz lohnt sich Rücksicht auf die Meeresumwelt. Verwende möglichst umweltverträglichen Sonnenschutz und achte auf die in Hawaii geltenden Vorgaben für bestimmte chemische UV-Filter.
Drei Erlebnisse, die Big Island besonders machen
Manta-Rochen bei Kona
Das nächtliche Beobachten der Manta-Rochen vor der Kona-Küste gehört zu den außergewöhnlichsten Erlebnissen auf Big Island. Bei organisierten Touren werden die Tiere unter kontrollierten Bedingungen beobachtet, wenn sie zum Fressen in die Nähe der beleuchteten Boote oder Plattformen kommen.
Das Erlebnis ist besonders eindrucksvoll, weil du dich nicht in einem riesigen Aquarium befindest, sondern mitten im nächtlichen Pazifik.
Eine geführte Vulkan-Tour
Eine Tour mit einem guten lokalen Guide kann mehr vermitteln als ein kurzer Fotostopp. Neben den geologischen Zusammenhängen spielt auch die hawaiianische Kultur eine wichtige Rolle. Gerade bei einem aktiven Vulkan ist außerdem der Sicherheitsaspekt interessant: Ein professioneller Guide kennt aktuelle Sperrungen, Aussichtspunkte und die lokalen Bedingungen.
Ein Abend unter dem Sternenhimmel
Die Höhenlage und die geringe Lichtverschmutzung machen Maunakea zu einem herausragenden Ort für astronomische Beobachtungen. Wer nicht bis zum Gipfel fahren möchte, kann bereits an der Visitor Information Station an Programmen und Möglichkeiten zum Stargazing teilnehmen.
Big Island ist mehr als nur ein Vulkan
Der große Reiz von Big Island besteht gerade darin, dass sich die Insel nicht auf eine einzige Sehenswürdigkeit reduzieren lässt.
Du kannst morgens einen schwarzen Vulkanstrand besuchen, mittags durch einen tropischen Regenwald laufen und am Abend auf einem fast 4.200 Meter hohen Berg stehen. Gleichzeitig ist die Insel geologisch noch immer in Bewegung.
Und genau deshalb ist Big Island kein Reiseziel, das man einfach „abhakt“. Wer sich auf die Größe, die unterschiedlichen Landschaften und die manchmal überraschenden Bedingungen einlässt, erlebt eine der vielseitigsten Inseln Hawaiis.
Wichtig für deine Reiseplanung 2026
Beim Kīlauea gilt mehr als bei fast jeder anderen Sehenswürdigkeit auf Big Island: Informationen können sich schnell ändern. Am Tag des Besuchs solltest du deshalb den aktuellen USGS-Vulkanbericht, die National-Park-Seite, Webcams, mögliche Sperrungen und die Luftqualität prüfen. Stand 18. August 2026 befindet sich die Eruption im Halemaumau-Krater in einer Pause; der USGS erwartet die nächste Episode vorläufig zwischen dem 21. und 27. August.
Wer das berücksichtigt und gleichzeitig genügend Zeit für die unterschiedlichen Regionen der Insel einplant, kann Big Island in seiner ganzen außergewöhnlichen Vielfalt erleben. Dann also bis bald bei der Besichtigung der Vulkane und ALOHA!





