
Wer an Hawaii denkt, hat meist Maui, Oahu oder Kauai vor Augen. Die kleine Insel Lanai wird beim Urlaub in Hawaii dagegen oft übersehen – und genau das macht ihren besonderen Reiz aus. Auf Lanai gibt es keine Ampeln, keinen Massentourismus und keine großen Hotelmeilen. Stattdessen erwarten Besucher einsame Strände, spektakuläre Landschaften und eine entspannte Atmosphäre, die man auf den bekannteren Hawaii-Inseln nur noch selten findet.
Mit knapp 3.000 Einwohnern ist Lanai die sechstgrößte Insel Hawaiis und eignet sich perfekt für Reisende, die Hawaii etwas authentischer erleben möchten. Wer zum ersten Mal nach Lanai reist, sollte allerdings einige Besonderheiten kennen. Die Insel funktioniert anders als Maui oder Oahu – und genau deshalb lohnt sich eine gute Planung.
Wo liegt Lanai und wie kommt man hin?

Lanai befindet sich westlich von Maui und ist ausschließlich per Flugzeug oder Fähre erreichbar. Die meisten Urlauber besuchen die Insel von Maui aus.
Besonders beliebt ist die Fähre zwischen Maalaea Harbor auf Maui und Manele Harbor auf Lanai. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde und bietet oft fantastische Ausblicke auf Delfine, Meeresschildkröten und während der Wintermonate sogar Buckelwale. Die Fähre verkehrt mehrmals täglich und sollte vor allem in der Hauptsaison frühzeitig reserviert werden. Aktuelle Fahrpläne werden regelmäßig veröffentlicht. Alternativ gibt es kurze Inselflüge von Honolulu, Maui oder anderen hawaiianischen Inseln zum Lanai Airport.
Wie viele Tage sollte man auf Lanai verbringen?
Viele Besucher kommen lediglich für einen Tagesausflug von Maui. Das funktioniert grundsätzlich gut, allerdings wird man der Insel damit kaum gerecht. Wer Lanai wirklich erleben möchte, sollte mindestens eine Übernachtung einplanen. So bleibt genügend Zeit, die unterschiedlichen Landschaften kennenzulernen, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen. Zwei bis drei Tage gelten für die meisten Reisenden als ideal. Gerade die abgelegenen Ecken der Insel entfalten ihren Reiz erst, wenn man etwas langsamer unterwegs ist.
Braucht man auf Lanai einen Mietwagen?
Die kurze Antwort lautet: Ja, meistens schon.
Zwar gibt es Shuttle-Angebote und Taxis zwischen Hafen, Lanai City und einigen Sehenswürdigkeiten, doch viele der schönsten Orte liegen abseits befestigter Straßen. Wer Shipwreck Beach, den Munro Trail oder die abgelegenen Küsten im Norden der Insel besuchen möchte, profitiert deutlich von einem Mietwagen.
Für einige Strecken wird sogar ein Geländewagen oder Jeep empfohlen, da die Straßen teilweise unbefestigt sind. Besonders nach Regen können einzelne Abschnitte anspruchsvoll werden. Besucher sollten deshalb immer die aktuellen Straßenbedingungen prüfen.
Wer lediglich eine Nacht bleibt, kann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aber auch über organisierte Touren erkunden.
Die beste Unterkunft für eine Nacht auf Lanai
Viele Reisende möchten Lanai nur kurz kennenlernen und suchen eine Unterkunft für eine einzige Nacht.
Für diesen Fall ist Lanai City die beste Wahl. Das kleine Ortszentrum liegt relativ zentral auf der Insel und bietet kurze Wege zu Restaurants, Cafés und den wichtigsten Ausflugszielen. Besonders beliebt sind kleine Pensionen und Bed-and-Breakfast-Unterkünfte rund um den Dole Park. Sie sind deutlich günstiger als die berühmten Luxusresorts an der Südküste und bieten gleichzeitig einen authentischen Einblick ins Inselleben.
Wer sich einen besonderen Aufenthalt gönnen möchte, findet mit dem Four Seasons Resort Lanai eines der exklusivsten Hotels Hawaiis. Für die meisten Erstbesucher reicht jedoch eine gemütliche Unterkunft in Lanai City vollkommen aus.
Shipwreck Beach – einer der außergewöhnlichsten Orte auf Hawaii

Zu den faszinierendsten Sehenswürdigkeiten der Insel gehört der Shipwreck Beach, offiziell Kaiolohia Beach genannt. Schon die Anfahrt an diesen Teil der Nordküste vermittelt das Gefühl eines kleinen Abenteuers. Die Küste wirkt wild, ursprünglich und völlig anders als die typischen Postkartenstrände Hawaiis. Statt Palmen und Liegestühlen dominieren Lavaformationen, Wind und die unberührte Natur.
Der Name stammt von einem rostigen Schiffswrack, das noch heute vor der Küste auf einem Riff liegt. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Versorgungsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg, das mittlerweile zu einem Wahrzeichen der Insel geworden ist. Viele Besucher fahren ausschließlich wegen dieses Fotomotivs hierher. Doch Shipwreck Beach bietet deutlich mehr:
Die lange Küstenlinie eignet sich hervorragend für Spaziergänge. Besonders morgens herrscht oft eine beeindruckende Ruhe. Mit etwas Glück entdeckt man Treibholz, Muscheln oder Meeresschildkröten entlang der Küste. Außerdem befinden sich in der Umgebung historische hawaiianische Petroglyphen, die einen spannenden Einblick in die Geschichte der Insel geben. Bitte alles respektieren, nirgends darauf herumklettern, nichts mitnehmen und keine Tiere anfassen.
Wichtig zu wissen: Shipwreck Beach ist kein klassischer Badestrand. Die Strömungen können stark sein und das vorgelagerte Riff macht das Schwimmen schwierig. Die meisten Besucher kommen zum Fotografieren, Wandern und Erkunden der Küstenlandschaft. Für viele Lanai-Besucher gehört dieser Ort dennoch zu den eindrucksvollsten Erlebnissen der gesamten Reise.
Das Lanai Cat Sanctuary – Katzenparadies mitten im Pazifik
Eine der ungewöhnlichsten Attraktionen Hawaiis befindet sich ebenfalls auf Lanai. Das Lanai Cat Sanctuary ist ein großes Schutzgebiet für gerettete Katzen und gleichzeitig ein wichtiges Naturschutzprojekt. Mehrere hundert Katzen leben hier in einer weitläufigen, sicheren Anlage und werden von Mitarbeitern und Freiwilligen versorgt.
Der Hintergrund ist typisch für Hawaii: Freilaufende Katzen stellen für viele einheimische Vogelarten eine Gefahr dar. Das Sanctuary bietet den Tieren ein geschütztes Zuhause und hilft gleichzeitig beim Schutz der heimischen Tierwelt. Besucher können sich frei auf dem Gelände bewegen, Katzen streicheln und mehr über die Arbeit der Organisation erfahren. Der Eintritt ist kostenlos, Spenden sind jedoch ausdrücklich erwünscht und tragen direkt zur Versorgung der Tiere bei. Auch wer normalerweise kein ausgesprochener Katzenfan ist, wird von der entspannten Atmosphäre oft positiv überrascht. In Reiseberichten wird das Sanctuary regelmäßig als eines der unerwarteten Highlights eines Lanai-Besuchs beschrieben. Viele Besucher verbringen deutlich mehr Zeit dort als ursprünglich geplant. Für Familien mit Kindern gehört das Sanctuary zu den schönsten Ausflugszielen der Insel.
Munro Trail – die spektakulärsten Ausblicke auf Lanai
Wer die Natur der Insel erleben möchte, sollte den Munro Trail nicht verpassen.
Der historische Weg führt durch die höher gelegenen Regionen Lanais und bietet eine Landschaft, die viele Besucher auf Hawaii nicht erwarten würden. Statt trockener Lavafelder warten dichte Wälder, Cook Pines, Eukalyptusbäume und immer wieder spektakuläre Aussichtspunkte. Der Trail ist nach George Munro benannt, einem Naturforscher aus Neuseeland, der im späten 19. Jahrhundert maßgeblich zur Wiederaufforstung der Insel beitrug. Je nach Route umfasst der Munro Trail etwa 13 bis 20 Kilometer. Die Strecke kann zu Fuß, mit dem Mountainbike oder teilweise mit einem Geländewagen erkundet werden. Einige Abschnitte sind anspruchsvoll, weshalb gutes Schuhwerk unverzichtbar ist.
Das Highlight ist der Gipfel des Lanaihale, mit rund 1.027 Metern der höchste Punkt der Insel. An klaren Tagen eröffnet sich von hier ein Panorama, das auf Hawaii nahezu einzigartig ist. Besucher können mehrere Nachbarinseln gleichzeitig erkennen: darunter Maui, Molokai, Kahoolawe, Oahu und sogar Big Island.
Vor dem Besuch sollte man allerdings prüfen, ob einzelne Abschnitte des Trails aktuell zugänglich sind, da zeitweise Restaurierungsarbeiten stattfinden können. Infos am besten vor Ort.
Weitere Highlights für deinen Urlaub
Neben den bekanntesten Sehenswürdigkeiten lohnt sich auch ein Besuch von Hulopoe Beach. Der Strand gehört zu den schönsten Badebuchten Hawaiis und eignet sich hervorragend zum Schnorcheln. Direkt daneben befindet sich der Aussichtspunkt am Sweetheart Rock (Puu Pehe), einer markanten Felsformation vor der Küste. Besonders zum Sonnenuntergang bieten sich hier spektakuläre Fotomotive. Auch ein Spaziergang durch Lanai City gehört zu jedem Besuch dazu. Rund um den Dole Park findet man kleine Restaurants, lokale Geschäfte und einen guten Eindruck vom entspannten Alltag auf der Insel.
Fazit: Lohnt sich Lanai?
Definitiv lohnt sich der Aufwand, besonders wenn du über genügend Zeit verfügst. Lanai ist keine Insel für Partyurlaub oder hektisches Inselhopping. Stattdessen erleben Besucher hier eine Seite Hawaiis, die vielerorts längst verschwunden ist: Ruhe, Natur und das Gefühl, wirklich weit weg vom Alltag zu sein. Gerade Besucher, die bereits Maui oder Oahu kennen, sind oft überrascht, wie sich Lanai anfühlt, einfach anders. Ob am Shipwreck Beach, beim Besuch des Cat Sanctuary oder auf dem Munro Trail: Die Insel bietet Erlebnisse, die man auf Hawaii kein zweites Mal findet.
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