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Inhaltsverzeichnis
Auf Hawaii gehört ein Vulkanausbruch fast schon zum Alltag, doch für Erstbesucher aus Deutschland oder anderen deutschsprachigen Regionen kann die Nachricht erst einmal beunruhigend wirken. Die gute Nachricht vorweg: Ein Ausbruch auf Big Island bedeutet in 99 % der Fälle keine Gefahr für Touristen, sondern es handelt sich vielmehr um ein spektakuläres Naturschauspiel. Die Insel ist so groß und das Vulkangebiet lässt sich leicht umgehen. Es gibt noch genügend andere Aktivitäten, die außerhalb des Gefahrenbereichs vom Vulkan in Hawaii liegen. Schaut die Seite an und überzeugt euch selbst!
Hier ist die aktuelle Lage (Stand Januar 2026) und was das konkret für euren Urlaub bedeutet:
1. Aktueller Status: Was passiert gerade mit dem Vulkan in Hawaii?
Am 24. Januar 2026 gab es am Kīlauea (im Hawaii Volcanoes National Park) eine heftige Eruptionsphase (Episode 41). Dabei schossen Lavafontänen bis zu 500 Meter hoch in den Himmel.
- Aktueller Stand: Der Ausbruch hat nach etwa 8 Stunden pausiert. Aktuell finden Aufräumarbeiten statt, da Vulkanasche und Steinfragmente (Tephra) bis nach Hilo geweht wurden.
- Prognose: Experten erwarten die nächste aktive Phase (Episode 42) etwa Mitte Februar. Es kann aber auch schneller kommen oder Jahre vergehen…
2. Auswirkungen auf den Reiseplan
- Flüge: Die Flughäfen in Kona (KOA) und Hilo (ITO) sind normalerweise nicht betroffen. Moderne Flugzeuge können Vulkanasche umfliegen, und die Lava fließt weit weg von den Startbahnen.
- Straßen: Die wichtige Highway 11 war kurzzeitig gesperrt, ist aber wieder offen. Straßen innerhalb des Nationalparks (besonders auf der Ostseite des Kraters) können wegen Aschereinigung zeitweise gesperrt sein.
- Unterkünfte: Hotels in Kona oder an der Kohala-Küste sind absolut sicher. Die Lava bleibt im Nationalpark-Gebiet gefangen.
3. Sicherheit & Gesundheit für Familien
Vulkane stoßen Gase aus (SO2), die zusammen mit Feuchtigkeit den sogenannten Vog (volcanic smog) bilden.
Was ist Vog genau? (Die Chemie des Paradieses)
Wenn der Vulkan Schwefeldioxid ausstößt, reagiert dieses Gas in der Atmosphäre mit Sauerstoff, Feuchtigkeit und Sonnenlicht. Das Ergebnis ist ein feiner Nebel aus Schwefelsäure-Aerosolen und anderen Partikeln. Dieses Phänomen ist nicht nur auf den Vulkan in Hawaii begrenzt.
- Der Geruch: In der Nähe des Kraters riecht es nach verbrannten Streichhölzern.
- Die Optik: Es sieht aus wie ein trüber, grauer Tag am Bodensee, aber die Sonne kommt nicht durch und der Horizont wirkt „matschig“.
Die „Smog-Autobahn“: Wohin zieht der Vog?
Wo der Vog landet, entscheidet der Wind – und auf Hawaii gibt es zwei Hauptszenarien:
- Trade Winds (Normalfall): Der Nordost-Passat bläst den Smog vom Krater weg in Richtung Süden und dann um die Südspitze herum an die Kona-Küste (Westen). Deshalb ist es in Kona oft dunstiger als in Hilo, obwohl der Vulkan näher an Hilo liegt. Die hohen Berge (Mauna Loa & Mauna Kea) wirken wie eine Mauer, hinter der sich der Vog staut.
- Kona Winds (Südwind): Wenn der Wind dreht, zieht der Vog nach Norden über die ganze Inselkette bis nach Maui oder sogar Oahu. Das ist die Zeit, in der auch in Honolulu die Sicht schlechter wird. Übrigens: Die Partikel in der Luft erzeugen unbeschreiblich schöne Farben zum Sonnenuntergang.
Gesundheit: Wer muss aufpassen?
Für die meisten gesunden Erwachsenen ist Vog nur ein ästhetisches Problem (schlechte Urlaubsfotos). Aber für bestimmte Gruppen ist Vorsicht geboten:
- Die „Sensitive Groups“: Kleinkinder, Schwangere, Senioren und Menschen mit Asthma oder Atemwegserkrankungen.
- Symptome: Kopfschmerzen, brennende Augen, ein Kratzen im Hals oder ein Gefühl von Abgeschlagenheit (die „Vog-Flu“).
Die „Vog-Überlebensstrategie“ für Familien
Wenn der Dashboard-Wert auf „Orange“ oder „Rot“ springt, solltet ihr folgende Tipps beherzigen:
- Klimaanlage auf „Recirculate“: Wenn ihr im Auto oder Condo seid, stellt die Klimaanlage auf Umluft. So bleibt die gefilterte Luft drinnen und der Schwefel draußen.
- Hydrierung ist alles: Trinkt viel Wasser! Das hilft den Schleimhäuten, die Partikel besser abzutransportieren. Ein hawaiianischer Fruchtsaft tut es natürlich auch.
- Anstrengung vermeiden: Wenn der Vog stark ist, verschiebt die Wanderung zum Krater und macht lieber eine entspannte Fahrt im klimatisierten Auto oder besucht ein Museum (z. B. das ʻImiloa Astronomy Center in Hilo).
- Masken-Check: Eine normale OP-Maske hilft nicht gegen die Gase. Eine N95/FFP2-Maske hilft nur gegen die feinen Partikel (Asche), schützt aber kaum vor dem chemischen Reiz des Gases.
Digitale Helfer (Eure Frühwarnsysteme)
Bevor ihr eure Tagestour plant, checkt diese Seiten:
- Vog Dashboard (IVHHN): Die wichtigste Seite! Hier seht ihr eine interaktive Karte mit der aktuellen Luftqualität auf allen Inseln.
- Vog Forecast (VMAP): Hier könnt ihr wie beim Regenradar sehen, wohin die Gaswolke in den nächsten Stunden ziehen wird.
- Pele’s Hair: Das sind feine Glasfäden aus Lava. Sie sehen glitzernd aus, sind aber scharf wie Glaswolle. Nicht anfassen! Besonders kleine Kinder sollten hier beaufsichtigt werden.
4. Das Erlebnis: Lava sehen
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Ein Ausbruch ist die beste Zeit, um Big Island zu besuchen!
- Helikopter-Touren: Wenn die Lava fließt, ist ein Flug die einzige Möglichkeit, die glühenden Ströme sicher von oben zu sehen. Bei fliegenden Gesteinsbrocken und Asche sind die Flüge allerdings zu gefährlich und die Partikel könnten das Triebwerk beschädigen. Lieber eine der Webcams nutzen!
- Aussichtspunkte: Der Nationalpark richtet sichere Zonen ein, von denen aus man das Glühen nachts sehen kann. Es ist magisch, aber stellt euch auf Staus und volle Parkplätze ein.
5. Warum ein lokaler Guide jetzt Gold wert ist
In solchen dynamischen Situationen sind Anbieter wie Daniel’s Hawaii ein riesiger Vorteil.
- Aktualität: Die Guides wissen in Echtzeit, welche Wege gesperrt sind und wo man die beste Sicht hat, ohne stundenlang im Stau zu stehen.
- Sicherheit: Sie erklären euch genau, wo ihr sicher wandern könnt und wann ihr wegen der Gase lieber im Auto bleiben solltet.
- Flexibilität: Wenn der Park wegen zu starker Aktivität Teile sperrt, haben sie sofort Alternativ-Routen parat.
Mein Tipp: Lasst euch nicht abschrecken! Der Ausbruch von einem Vulkan auf Hawaii ist kein Katastrophenfilm, sondern eine seltene Chance, die Entstehung neuer Erde, eventuell neuer Landflächen, live mitzuerleben. Alles gut überlegt und geplant? Na, dann ein fröhliches ALOHA und bis bald in Hawaii. Wenn dir Big Island zu gefährlich vorkommt, probiere es doch mit Maui oder Oahu.